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Mäander

unregistriert

61

Donnerstag, 24. Mai 2018, 08:30

Wistleblowing

gelöscht. Privater PN-Verkehr - nicht zulässig.

62

Donnerstag, 24. Mai 2018, 10:00

Ja, Harold, zum Glück! Leider ist unser D Bauernverband noch sehr auf der Seite der konventionellen Landwirtschaft.

Ich glaube, man kann die Glyphosat-Diskussion nur verstehen, wenn man akzeptiert, dass mittlerweile ein erheblicher Teil der Bevölkerung starke vorbehalte gegen die konventionelle Landwirtschaft hat, die absolut nicht unbegründet sind, z. B.:

- Die konventionelle Landwirtschaft hat den Ruf, mit tierquälerischer Tierhaltung zu arbeiten (sicher nur teilweise begründet).
- Landwirte haben eine unterdurchschnittliche Lebenserwartung und ein überdurchschnittliche Krebsrate, warum wohl?
- Die Landwirtschaft produziert einen nicht geringen Anteil der krebserregenden Feinstäube.
- Die Landwirtschaft ist ein sehr gewichtiger Faktor beim Artensterben und tötet heute fast alle Arten von Organismen, gezielt oder als "Kollateralschäden" der industriellen Landwirtschaft. Neben dem mittlerweile offensichtlichen Artenschwund in der Insekten- und Vogelwelt gibt es auch ein eher stilles Sterben bei den Amphibien, die durch ausgebrachte Dünger und ausgebrachtes Schneckenkorn (ja, meine Mutter hat berichtet, dass von Landwirten tatsächlich Schneckenkorn auf Felder ausgebracht wird) getötet werden. Nach terraristischen Berichten steht Schneckenkorn auch stark im Verdacht, von Würmern aufgenommen zu werden, die dann zur tödlichen Nahrung werden. Für mich war gerade der letzte Punkt, Artenschutz/Artensterben, ein Grund, dass wir uns verstärkt der biologischen Landwirtschaft zugewendet haben.

Wie konnte die Landwirtschaft innerhalb nur eines Menschenlebens von einem Gestalter der Landschaft und der Artenvielfalt zum wahrscheinlich wichtigsten Faktor im Artensterben werden, mit Steuergeldern subventionierte Umweltzerstörung noch dazu!

Grüße

Hans-Werner

63

Donnerstag, 24. Mai 2018, 10:38

meine Frau liest gerade über einen Test von alkoholfreien Bieren vor. Bis auf zwei Bio-Biere wurde in allen Bieren Glyphosat gefunden.
2) Was haben Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln zu suchen? Wenn Rückstände zu finden sind sollten m. E. diese Lebensmittel nicht in den Handel kommen.
Grüße
Hans-Werner
Moin Hans Werner!

Da bin ich ganz auf Deiner Seite! Im Grunde gibt es heutzutage keine Landwirtschaft mehr, sondern eine Agrarindustrie der Großkonzerne. Deren Methoden und Mittel sind Mensch- und Naturverachtend. Deshalb muss diese Form der Landausbeutung dringend gestoppt und geächtet werden. Etwa so wie der Einsatz von Bio- oder Chemiewaffen!

Massentierhaltung: Was hier zurzeit stattfindet, kann man wohl nur als eine perfide Form von Faschismus bezeichnen. Wobei es mich inzwischen ehrlich wundert, dass Auschwitz vor der industriellen Tierverarbeitung stattfand. Das hätte eigentlich eher umgekehrt kommen müssen...

Dieses Ausschwitz der Tiere muss sehr dringend beendet werden. Und über die Alternativen muss auf einer sehr breiten Front diskutiert werden.

(Und die dafür Verantwortlichen müssen sehr dringend weggesperrt werden! Und enteignet! Das wäre das Mindeste!). Wir diskutieren hier über die Platzansprüche irgendwelcher Aquarientiere im 1 Meter Aquarium, während diese Leute dafür verantwortlich sind, dass auf einem Quadratmeter zig Tiere ein elendiges Dasein führen müssen, nur um später geschlachtet zu werden...)

LG, Sven!

PS: Übrigens bin ich auch Mitglied bei foodwatch. Der Auslöser für die Gründung von foodwatch war übrigens der BSE-Skandal!

64

Donnerstag, 24. Mai 2018, 11:30

Hallo,

meine Frau liest gerade über einen Test von alkoholfreien Bieren vor. Bis auf zwei Bio-Biere wurde in allen Bieren Glyphosat gefunden.

1) Bio bringt also doch etwas, was immer wieder angezweifelt wird.
2) Was haben Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln zu suchen? Wenn Rückstände zu finden sind sollten m. E. diese Lebensmittel nicht in den Handel kommen.

Grüße

Hans-Werner

P. S.: Habe gerade mal meine Frau gefragt, was sie alles "Bio" kauft: Milch hatten wir schon, brauchen wir täglich 1 l, daneben Eier, Geflügel, Wurst, Getreide, Kaffee, Gemüse, Salat, ... also fast alles was man bekommen kann. Von den Bio-Bauern, die mir bekannt sind, ist bis jetzt keiner in die konventionelle Landwirtschaft zurück gekehrt. Also scheint Bio doch mindestens ebenso auskömmlich zu sein wie konventionell und die Kunden auch gewillt, den Mehraufwand zu zahlen.


@Hans-Werner

Ich hätte Ihnen eine pn-geschickt - aber, Sie haben hier diese Funktion und Ihre Mailadresse deaktiviert und wollen keinen Kontakt.

Was ich dazu denke, können Sie bei Interesse auch hier nachlesen: http://www.treffpunkt-naturwissenschaft.…D=5436#post5436

Hier habe ich mich ausgeklinkt.

Gruß

Herbert
Frei nach Cicero: „Dum spiro spero“… ;-)

65

Freitag, 25. Mai 2018, 10:51

Hallo Herbert,

vielen Dank für Dein Post. Es ist richtig, dass ich bei den Auseinandersetzungen in letzter Zeit in diesem Forum alle Benachrichtigungsfunktionen außer Kraft gesetzt habe. Das war mir einfach zu nervig.

Im Endeffekt kann man nicht immer nach dem Staat oder dem Gesetzgeber rufen, ein bisschen Eigenverantwortung darf doch noch eingefordert werden, gerade in der Lebensmittelproduktion. Natürlich weiß der Landwirt, dass ohne Wartezeiten dann Glyphosat in den Produkten gefunden wird. Wenn es dann die ganze Branche und noch die Hersteller dazu trifft, ist das wohl am allerwenigsten die Schuld des Verbrauchers, wohin Du sie jetzt unterschwellig abschieben willst. Fakt ist doch auch, dass sich die Landwirtschafts-Lobby, vor allem Bauernverband und Agrarministerium (ja, die Landwirtschaftsindustrie hat einen eigenen Lobby-Minister, anders kann man das wohl nur unter Künast nennen) immer gegen jede Regulierung einsetzt, so sinnvoll sie vielleicht auch wäre. Ich sehe da in erster Linie die Landwirtschaft in der Verantwortung.

Grüße

Hans-Werner

P. S. Warum jetzt "Sie"? Um Distanz zu signalisieren?

P. P. S.: Wie viele Biobauern setzen wohl tatsächlich so viel Kupfer ein, wie Du angibst, indem Du den Teufel an die Wand malst? Dass es da nie wieder rauskommt, stimmt auch nicht, Kupfer ist ein essenzielles Spurenelement und muss als solches von Pflanzen aufgenommen werden! Außerdem hätten hohe Kupfer-Dosierungen Vergiftungen (Chlorosen, Nekrosen) und somit Ertragseinbußen bei Pflanzen zur Folge. An dieser Argumentation stimmt also auch etwas nicht ganz.

P. P. P. S.: Für und wieder, wie schon vorgebracht, gibt es auch hier. Es betrifft nur bestimmte Bereiche der Bio- wie auch der konventionellen Landwirtschaft. Die Kupferbelastung in Wein- und Obstbau ist lange bekannt, gerade auch aus der konventionellen Landwirtschaft. Ja, hier sollte stärker reglementiert werden.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Hans-Werner« (25. Mai 2018, 11:13)


66

Freitag, 25. Mai 2018, 11:25

Kupfer ist ein essenzielles Spurenelement und muss als solches von Pflanzen aufgenommen werden!


..... auf einem normalen Ackerboden gibt es alledings keinen Kupfermangel. Den gibts normalerweise nur über eine Nährstoffblockierung. Stellt sich außerdem noch die Frage ob Kupfer in jeder Form für Pflanzen verfügbar ist.

lg

P

67

Freitag, 25. Mai 2018, 11:59

@Herbert:

Die Anrede mit "Sie" könnte einen Verstoß gegen Forenregeln darstellen, da ein freundliches "Du" allgemein üblich sein sollte...

@Harold:

Was meinst Du dazu?

Ich selber habe übrigens keine Lust wahnsinnig zu werden bei dem Versuch, dann irgendwann Leute die ich sieze und duze auseinanderzuhalten...

LG, Sven!

68

Freitag, 25. Mai 2018, 12:42

Hallo Sven,

jetzt muss ich lachen. Denn auch wenn hier im Forum die Anrede "per Du" üblich ist, stellt die Anrede "per Sie" natürlich keinen Verstoß gegen die Forumsregeln dar und ist somit auch nicht zu ahnden =).
Das mag jede/r handhaben, wie er/sie will.

Liebe Grüße

Harold
49 Jahre Vivaristik - und ich lerne immer noch dazu
Mitglied der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich
So ist's Recht

69

Freitag, 25. Mai 2018, 12:43

Hallo Paul,

im Artikel ist von Kupfersalzen die Rede. Das Kupfer in einfachen Salzen wie Kupfersulfat ist auf jeden Fall für die Pflanzen bioverfügbar. Weinbau findet bei uns typischerweise auf alkalischen Carbonatböden statt. Hier wird Kupfer als Kupfercarbonat festgelegt, das kennt man eigentlich auch aus der Kupferbehandlung in der Meeresaquaristik. Es ist dann nur noch in geringen Konzentrationen in Lösung. Außerdem wird Kupfer an die Organik (Humus) gebunden und ist dann nicht mehr bioverfügbar. Auf Moorböden tritt deshalb bei der landwirtschaftlichen Nutzung Kupfermangel auf.

Was ist übrigens eine Nährstoffblockierung? Die Schwermetalle unter den Spurenelementen stehen in einer gewissen Konkurrenz und können sich gegenseitig verdrängen. Ein Kupferüberschuss führt z. B. zu Eisen- und Manganmangel-Chlorosen und -Nekrosen. Wäre das eine Nährstoff-Blockierung?

Weitere Gegenargumente zu Herberts (nicht als solche gekennzeichneten) Zitate gibt es hier. Man sieht, auch hier ist wieder Lobbyismus im Spiel, sogar beim Umweltbundesamt. Auffällig, dass gerade konservative Zeitungen wie Welt (Bildzeitung für Bildungsbürger) und Cicero den versteckten Lobbyisten der konventionellen Landwirtschaft ein Forum bieten. Ist allerdings nur eine Feststellung, noch dazu eine vielleicht naheliegende.

Schauen wir doch mal nach den Einträgen von Schwermetallen in der konventionellen Landwirtschaft, da wird man natürlich auch fündig. Also, wenn man weiß, was die konventionelle Landwirtschaft mit normaler Viehhaltung an Gülle heraushaut, ist das ganz sicher auch ein Faktor. In der Bio-Landwirtschaft gibt es eine Bindung der Viehhaltung an die Fläche, so dass keine solche Mengen an Gülle pro Fläche anfallen können. Hier kann man wirklich von Wirtschaftsdüngung und nicht von Abfallentsorgung reden.

Grüße

Hans-Werner

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Hans-Werner« (25. Mai 2018, 13:11)


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