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21

Freitag, 8. September 2017, 13:31

Hi Markus,

Auch das Phyto weglassen ;-)
Gib dem Becken mal ein bisschen Zeit. Was da alles hineingekommen ist.... So viel habe ich in 12 Jahren Meerwasser noch nicht in meine Becken (derzeit 5, Höchststand 7 Becken) gekippt.

Wie groß ist denn das TB? Was ist alles drinnen (nur Technik oder auch LS, Korallen,...)? Beleuchtet? Normalerweise sollte die Rückförderung ausreichen. Nur bei "überdimensionierten" TB in denen zb auch LS, Algen, Korallen, etc. sind braucht es ev. mehr Strömung.

Die T5 würden ausreichen. Allerdings ev. nicht für heiklere SPS am Boden.

lg,
Sonja

22

Dienstag, 12. September 2017, 09:09

Hallo!

Soeben sind meine Wasserwerte eingetrudelt. Hier der Link zu meiner ATI Wasseranalyse:
http://lab.atiaquaristik.com/share/65c77314ac175814b18f

Sieht gesamt nicht so schlecht aus. Der etwas niedrige KH-Wert war mir bewusst und ebenfalls korrigieren werde ich den Jod-Wert. Was mir jedoch viel mehr Sorgen macht, sind der doch um vielfaches erhöhte Barium-Wert sowie das Aluminium. Ich hab schon in anderen Foren gelesen, dass ein erhöhter Barium-Wert zu genau meinen Problemen führen kann. Nun stellt sich für mir jedoch die Frage wie ich diesen senken kann. Als zwei mögliche Ursachen sind die Fütterung mit Flockenfutter und Phosphatabsorber genannt. Absorber hatte ich noch nie im Einsatz und Flockenfutter werde ich reduzeiren und durch Frostfutter ersetzten. Es hat mich auch gewundert, dass viele Spurenelemente gar nicht nachweisbar sind. Kann das auch ein Probleme sein? ATI meint ja, das sei in Ordnung.

Was sagt ihr zu den Wasserwerten? Bzw. habt ihr Tipps für mich?

Das Phytoplankton hab ich schon abgestellt. Die LED sind schon fast bei dem von Patrick vorgeschlagenen Setup (jedoch mit insgesamt verringerter Leistung). Das No3: Po4-X reduziere ich auch bereits langsam.

Technikbecken fast 46l und beinhaltet bei mir 2 Filtersäcke, 1 Nyos Abschäumer, 1 Rückförderpumpe sowie eine Zeolithsäule und eine UVC. Gefiltert wird nur über Kohle und Zeolith.

P.S.: Ich hoffe der Link funktioniert :D

Danke und LG.
Markus

23

Dienstag, 12. September 2017, 10:31

Hallo Markus,

der überwiegende Teil Deiner Wasserwerte sieht wirklich top aus!

Ich hab ein paar Fragen/Anmerkungen zu den einzelnen Werten:

Strontium: Ist doch um gut 20% erhöht. Das ist sicher nicht kritisch, aber wäre interessant woher es kommt. Dosierst du Strontium zu? Wenn ja würde ich die Dosierung da mal aussetzen oder reduzieren.

Bor: Ist für Korallen essentiell und um etwa 1 ppm zu gering in Deinem Wasser vorhanden. Das solltest du anheben.

Iod: Deutlich zu gering. Iod ist essentiell, der Mangel kann durchaus deutliche Probleme bei deinen Korallen verursachen. Iod wird schnell aus dem Becken ausgetragen (durch Verbrauch als auch durch Abschäumung und Aktivkohle). Deswegen empfiehlt es sich Iod regelmäßig (1-2x/Woche) in geringer Menge zu dosieren. Dosierst du derzeit Iod?

Barium: Tatsächlich recht hoch, ich glaube jedoch nicht dass daher deine Probleme kommen (oder nur im Zusammenspiel mit dem Iod/Bormangel). Die Quelle des Bariums gilt es herauszufinden: In Frage kommen Absorber auf Eisenbasis, den wir in Deinem Fall ja ausschließen können, so wie verunreinigtes Meersalz oder verunreinigte Wasserzusätze (hier ist vor allem Calciumchlorid als auch Mineralsalzmischung "verdächtig"). Ich kenne die Produkte von redSea nicht, du könntest testhalber aber mal andere Ca/Mg/KH Produkte verwenden, einige Wasserwechsel durchführen und danach sehen ob der Ba-Wert deutlich gefallen ist.

Viele raten zu einem Einsatz von einem Alu-basierten Phosphatabsorber, um Barium rauszuholen. Wie gut das wirklich funktioniert ist fraglich. Davon würde ich eher abraten, und lieber darauf achten kein Barium mehr einzubringen, und das vorhandene durch Wasserwechsel zu entfernen. Auch wenn man Phosphatabsorber auf fe-Basis einsetzt: da gibt es Produkte welche kein Barium freisetzen, dann erübrigt sich der Notwendige Fe/Al-Absorberwechsel.

Molybdän ist auch zu hoch, das könnte eventuell da herkommen, wo auch das Barium herkommt.

Die weiteren Spurenelemente sind tatsächlich recht niedrig/nicht nachweisbar. Das ist schwierig zu beurteilen, da die "Sollwerte" an der Nachweisgrenze der ICP-OES liegen. Es ist einfach zu sagen, wenn von etwas zu viel vorhanden ist, ein "zu wenig" im Spurenmetallbereich ist schwieriger zu diagnostizieren. Wenn du keine Spurenelemente zufügst würde ich sicherheitshalber gelgentlich ein wenig zudosieren. Wenn wirklich eines der essentiellen Metalle fehlt, können manche Enzyme nicht funktionieren, was den Gesamtstoffwechsel der Koralle dann deutlich beeinträchtigt oder unmöglich macht.

Deine Nährstoffwerte (Phosphat/Nitrat) sind spitze, an dieser Schraube solltest du nicht drehen.

Der Alu Wert ist vermutlich nicht akut kritisch, weiter steigen sollte er aber auch nicht. Eventuell ist es auch ein "falsch-hoher" Messwert, wenn sich ein Staub-Körnchen Sediment in die Probe verirrt hat. Ansonsten achte darauf, dass keine Aluteile (Lampenrahmen, Abdeckung, Untergestell,.... ?) mit (Kondens)Wasser in Berührung kommen, und sich keine Korossionsstellen gebildet haben. "Alu-Rost" (Aluminiumoxid) sieht aus wie ein feiner weißer Belag auf dem Metall, sowas sollte keinesfalls ins Becken bröseln.

LG,
Christoph

24

Mittwoch, 13. September 2017, 08:27

Hallo Christoph,

vorab mal vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

Strontium: Dosiere ich nicht und hab ich auch noch nie dosiert. Seid ca. 10 Monaten dosiere ich nur mehr KH, Ca und Mg von Red Sea.

Bor: Werde ich etwas erhöhen probiern.

Iod: Hab ich schon sehr lange nichts mehr dosiert. Kann ich aber mit Red Sea Test messen und werde ich in Zukunft auf den richtigen Wert halten.

Barium: Ich verwende bis jetzt ausschließlich das standard Salz oder das Coral Pro Salz von Red Sea. Ich hab noch einen Kübel Bio-Actif Salz von Tropic Marine zuhause stehen. ich werde mal dieses Salz für die kommenden Wasserwechsel verwenden. Einen Fe- oder Aluabsorber möchte ich eigentlich nicht einsetzen, da ich mein Phosphat nicht zu weit senken will. Ich werde auf jeden Fall das Flockenfutter reduzieren und mehr Frostfutter füttern.

Molybdän: ?(

Restliche Spurenelemente: Hier werde ich in geringen Maß regelmäßig kleine Mengen dosieren. Ich hab die 4 Spurenelement Lösungen von Red Sea. Spricht etwas dagegen, diese zu verwenden, oder besser andere kaufen? Auf 3 der 4 Lösungen ist angegeben welche Elemente drinnen sind.

Nährstoffe: Hier versuche ich das No3: Po4-X von Red Sea langsam abzusetzen. Ich hoffe ich kann die Werte so halten.

Alu: Hier hab ich nichts gefunden was in irgend einer weise ins Becken kommen könnte. Das einzige waren die Reflektoren der T5 leuchten. Diese haben teilweise Salzspritzer drauf. Das sieht dann so ähnlich wie Aluminiumoxid aus. Jedoch wurden mir die Reflektoren als Silberreflektoren verkauft.

Was mir noch ma Wochenende aufgefallen ist:
Wenn ich die Hand ins Becken gebe, schaltet das Relais meiner Temperatursteuerung des Lüfters. Daraus schließe ich mal das der Sensor im Wasser eine defekte Isolierung hat. Das wäre ja dann meiner Meinung nach auch eine Möglichkeit wie ich mir Schadstoffe ins Becken hole. Gleichzeitig könnte ja auch die kleine Spannung die im Wasser anlag Probleme machen??? Der Sensor ist natürlich gleich aus dem Becken geflogen.

LG,
Markus

25

Samstag, 16. September 2017, 22:10

Achja, ich hab heute herausgefunden woher das Strontium kommen könnte.

Das Ca von RedSea ist ein Gemisch aus Ca und Strontium. Könnte also durchaus sein, dass hier das Strontium herkommt. Ca hab ich aber mittlerweile schon seit 3-4 Monaten nicht mehr zudosiert. Kann mir hier jemand alternativen für KH und CA Dosierung empfehlen? Wichtig wäre mir eine Dosierpumpen fähige Lösung welche nicht großartig ausfällt (was man von RedSea KH nich behaupten kann) und eine gute Beschreibung für Dosierung usw. enthält.

Insgesamt muss ich sagen, dass sich seit den letzten 2-3 Wochen der Abwärtstrend meiner SPS zu einen eventuellen kleinen Aufwärtstrend gewandelt hat. Mal schauen wie sich das weiter entwickelt. Gut Ding braucht ja bekanntlich Weile. :D

LG
Markus

26

Montag, 25. September 2017, 09:21

Hi Markus,

Brauchen die Korallen ganz sicher die Zusätze? Reicht es nicht aus 2-3 gute Salze abwechselnd für die WW zu verwenden?

KH halten wir mit der Balling Methode auf dem gewünschten Wert. Pulver bei zb Neubers Enkel kaufen, mit Wasser ansetzen (Anleitung in Armin Glasers tollem Buch "Ratgeber Meerwasserchemie") und mit der Dosierpumpe den täglichen Verbrauch (den muss man natürlich vorher durch mehrmaliges messen ermitteln) zugeben. Wir geben bei manchen Becken auf diese Weise auch Ca (und Mg) zu, allerdings nicht in den gleichen Verhältnissen wie Hr. Balling das in der ursprünglichen Methode macht. Wir dosieren einfach nur den jeweiligen Verbrauch, bis jetzt gab es weder Ionenverschiebungen noch sonstige Spukgespenster in unseren Becken.
Ausfällungen gibt es dabei nicht.

Grundsätzlich denke ich, dass weniger mehr ist in der Meerwasser Aquaristik. Natürlich verkaufen einem die Händler gerne alle möglichen Mittelchen (sind ja meistens auch nicht gerade billig), aber man sollte einfach wirklich gut übelegen, ob das Becken das alles braucht.

lg,
Sonja

27

Montag, 25. September 2017, 10:26

HI Sonja,

Es werden sicher viele Mittelchen angeboten, welche man nicht braucht. Manche Aquarienschränke sehen ja schon aus wie eine Apotheke :D

Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die Versorgung an Iod, Bor und Spurenelementen allein mit Wasserwechsel gedeckt wird, wenn man ein Becken mit üppigem Korallenbesatz betreibt.

Ein Gedanke dazu: Du musst zusätzlich Calcium und Hydrogencarbonat zuführen, da der Wasserwechsel nicht ausreicht um die Werte im Optimalbereich zu halten (Balling). - Man kann davon ausgehen, dass genauso wie die Mengenelemente auch Spurenelemente (und Bor Iod etc) von den Korallen verbraucht werden, wenn diese wachsen. Wenn der Verbrauch an Ca hoch ist, hast du auch einen hohen Verbrauch an anderen Elementen. Wenn der Verbrauch an Calcium nicht über WW gedeckt werden kann, geht es sich vermutlich auch nicht aus den Spurenelementbedarf ohne Supplementierung allein durch WW zu decken. - Außer das verwendete Meersalz hat deutlich höhere Spurenmetallwerte, was natürlich auch nicht optimal ist.

Korallen gewöhnen sich sicher an ein geringes Spurenmetallniveau, und können durch andere Mechanismen die geringe Konzentration ausgleichen. Hier ist dann Vorsicht geboten, wenn plötzlich Spurenelemente dosiert werden. Ist jedoch ein essentielles Spurenelement nicht mehr vorhanden, kommen Stoffwechselwege zum Erliegen, und das Wachstum kann stagnieren.

Vorsicht auch bei Ballingsalzen in technischer Qualität (weil du Neubers Enkel erwähnt hast). - Diese können recht große Mengen an Verunreinigungen enthalten. Auf der sicheren Seite ist man, wenn nur "Pharma Grade" oder "Food/Feed Grade" verwendet wird.

LG,
Christoph

28

Montag, 25. September 2017, 14:21

Hi Christoph,

Calcium wird deutlich mehr verbraucht als Jod und andere Spuris. Wichtig sind gute Salze (wie schon erwähnt) und natürlich die Menge / Interval des WW.
Deutlich erfahrenere Aquarianer als ich haben schon vor längerer Zeit festgestellt, dass mehr Probleme entstehen weil ZUVIEL hineingeschüttet wird statt umgekehrt...
Kann nur nochmals Armin Glaser empfehlen "Ratgeber Meerwasserchemie". Ein absolutes Muss, wenn man die Vorgänge im Aqua verstehen und sich näher mit der Materie auseinandersetzen möchte.

Neubers Enkel hat jede Qualität - ist nur eine Frage des Preises (und auch des "passens" - man muss dann eben die Dosierung anpassen, wenn man einen höheren Reinheitsgrad hat; auch die Wassermenge muss passen - steht alles gut erklärt im Buch ;-)

lg,
Sonja

29

Samstag, 30. September 2017, 10:14

Hallo ihr beiden,

gerade bei den Spurenelementen denke ich mir, dass man viel falsch machen kann. Ich hab bis jetzt nur extrem selten Spuris dosiert und nur dann, wenn ich einen zu geringen Wert gemessen (mehr oder weniger gut gemessen :D ) habe.

Nun hab ich ja eine hoffentlich relativ aussagekräftige Wasseranalyse machen lassen, die eindeutig Mängel feststellt. Hier sollte es ja kein Problem sein, dass man diese mit entsprechenden Spuris ausgleicht. Ein kleines "Problem" hatte ich mit meinen RedSea Spuris schon, da diese ja Mischungen aus mehreren Elementen sind. Interessanter weiße waren aber die meisten der Spurenelemente aus einer Flasche verhältnismäßig zu wenig. Somit sollten die Dosierungen all diese Elemente etwas verbessern. Das find ich relativ interessant, scheinbar hat sich RedSea hier was dabei gedacht, oder es war einfach Zufall ;) . Für mich hat es gut gepasst. So konnte ich die Elemente mit größerem Mängeln dosieren ohne die anderen gleich über zudosieren. Gott sei Dank ist das Strontium bei RedSea nicht bei den Spuris dabei, sondern beim Ca beigemischt. Dieses dosiere ich momentan sowieso nicht.

Sonjas Ansatz mit den verschiedenen Salzen gefällt mir auch gut. Aus diesen Grund habe ich damals zu meinem RedSea Salz auch das BioActif Salz von Tropic Marin gekauft. Ich würde gerne ein drittes Salz im Wechsel verwenden. Welches könnt ihr mir hier empfehlen??

So nun ein kleines Zwischenfazit nach einigen Tagen:
Schon einige Tage nach dem Dosieren der Spurenelemente konnte ich feststellen, dass alle Korallen ein doch wesentlich besseres Polypenbild haben. Gleichzeitig haben die geschädigten SPS Korallen begonnen sich zu regenerieren. Heute sieht das Becken schon wesentlich besser aus. Alles Korallen schauen optisch gesund aus und siehe da, die SPS Korallen haben begonnen zu wachsen. Fast alle haben Wachstumsspitzen und sind auch schon optisch merkbar gewachsen. Eine Korallen hatte bereits ca. 80 % des Gewebes verloren und hat bis heute bereits ca. 75% des Gewebes wieder regeneriert. Im Ganzen bin ich momentan recht zufrieden. Mal schauen wie sich das Becken weiterentwickelt.
Ich war der Meinung, dass auch die Fische ein kleines bisschen weniger gestresst sind. Kann das sein, oder ist das nur Einbildung?
Noch eine kleiner Nachteil: Nach dem Dosieren der Spuris sind die braunen Flecken im Sand etwas mehr geworden, mittlerweile aber schon wieder besser.

Nun noch die Änderungen die ich im Becken vorgenommen habe:
Led Spektrum geringfügig angepasst sowie Beleuchtung Dauer von 13h auf 12h reduziert.
Die laut Wasseranalyse fehlenden Spurenelemente ergänzt und Wasserwechsel mit einem anderen Salz durchgeführt.
Phytoplankton abgesetzt sowie Flockenfutter teilweise auf Frostfutter umgestellt.
Zeolithmenge sowie RedSea No3: Po4-X geringfügig reduziert.

Ich werde demnächst mal wieder Fotos vom Becken einstellen.

Danke und beste Grüße
Markus


30

Samstag, 30. September 2017, 21:49

Hallo Markus!

Schön das es mit Deinem Becken aufwärts geht.

Aber den Satz von DIr finde ich spannend.
Zitat:
Ich hab bis jetzt nur extrem selten Spuris dosiert und nur dann, wenn ich einen zu geringen Wert gemessen (mehr oder weniger gut gemessen :D ) habe.

Wie hast Du bisher Spuris gemessen?
Servus
Reinhard

A-4300 St. Valentin
Süß-, Meerwasser und Schwimmteich

Meeresverein Austria

31

Sonntag, 1. Oktober 2017, 13:12

Hallo Reinhard,

Eisen, Kalium und Iod habe ich mit dem RedSea Testkit gemessen. Die anderen Spuris konnte ich natürlich nicht messen. Anhand dieser Messwerte habe ich dann diese drei Lösung zudosiert. Gemessen habe ich diese ca. alle 1-2 Monate. Meistens haben die Werte laut meiner Tests gepasst. Ich glaube, ich habe in den 1,5 Jahren erst 3 mal diese Werte angepasst. In dem letzten halben Jahr hab ich gar nichts mehr dosiert außer Kh und manchmal Ca.

Lg. Markus

32

Sonntag, 1. Oktober 2017, 21:23

Hallo Markus,
dann hat also der Jodtest nicht funktioniert?
Servus
Reinhard

A-4300 St. Valentin
Süß-, Meerwasser und Schwimmteich

Meeresverein Austria

33

Dienstag, 3. Oktober 2017, 22:02

Hallo Reinhard,

der Jod-Test hat schon funktioniert, allerdings habe ich seit ca. einem 3/4 Jahr nur mehr Kh und manchmal Ca dosiert. Der Grund dafür war die Cyanoplage nach dem Beckenstart. Hier wurde mir mehrfach angeraten keine Spurenelemente zu dosieren. Als Grund wurde genannt: Die braucht man sowieso fast nie, meistens nichtmal in voll besetzten Becken, da sie meist viel mehr schaden als nützen und es ja fast nur Becken gibt, die ohne Spuris toll laufen. Und das wichtigste, nur Wasserwechseln und sonst nichts machen.
Tja :D was soll ich sagen, das hab ich dann halt so gemacht.

Gemessen haben ich die Spuris seither noch 2-3 mal, allerdings war da kein extremer Mangel messbar. Dosiert habe ich aber nichts mehr. Kalium passte immer, Eisen war meist niedrig und Jod auch eher etwas nieder.

Speziell das Jod hätte ich wohl messen sollen. Aber mit der Meinung sowieso keine Spuris zu dosieren, hab ich das Messen dann auch gelassen. Später ist man halt oft klüger. Außerdem weiß ich ja nicht ob das Jod alleine an meinem Problem schuld war.

Schönen Abend und beste Grüße
Markus

34

Freitag, 6. Oktober 2017, 11:25

Hallo!

Freut mich, dass es mit dem Becken aufwärts geht! - Top!!
Hi Christoph,

Calcium wird deutlich mehr verbraucht als Jod und andere Spuris. Wichtig sind gute Salze (wie schon erwähnt) und natürlich die Menge / Interval des WW.
Deutlich erfahrenere Aquarianer als ich haben schon vor längerer Zeit festgestellt, dass mehr Probleme entstehen weil ZUVIEL hineingeschüttet wird statt umgekehrt...
Kann nur nochmals Armin Glaser empfehlen "Ratgeber Meerwasserchemie". Ein absolutes Muss, wenn man die Vorgänge im Aqua verstehen und sich näher mit der Materie auseinandersetzen möchte.

Neubers Enkel hat jede Qualität - ist nur eine Frage des Preises (und auch des "passens" - man muss dann eben die Dosierung anpassen, wenn man einen höheren Reinheitsgrad hat; auch die Wassermenge muss passen - steht alles gut erklärt im Buch ;-)

lg,
Sonja
Hi Sonja,

wollte noch kurz auf Deinen Beitrag eingehen! Hab mir Armin Glasers Werk inzwischen auch besorgt, das Buch ist wirklich hervorragend. - Es stellt viele chemische Zusammenhänge im Riffaquarium sehr verständlich dar, und bietet auch sehr viel praktische Lösungsansätze, wobei ich nicht alle Formulierungen (etwa die zur PO4-Erhöhung) auch in dieser Form empfehlen würde.

Auch Armin Glaser beschreibt schon im Buch, dass er eine Iod-Dosierung empfiehlt. Das macht auch Sinn, denn Iod wird schnell ausgetragen (Abschäumung, Aktivkohle), und auch Gorgonien, Weichkorallen und höhere Algen binden sehr viel davon.


Was Spurenmetalle angeht, sind wir erst seit recht kurzer Zeit in der glücklichen Lage diese auf breiter Basis überhaupt (kostengünstig) bestimmen zu können - Stichwort ICP-Analytik. Diese neuen Erkenntnisse sind in dem Buch von Armin Glaser noch nicht wirklich eingearbeitet (Auflage 2014).


Die Spurenelemente sind für viele Enzyme essentiell, sie bilden dort das sogenannte aktive Zentrum. - Ist das Spurenmetall nur sehr gering oder gar nicht vorhanden, kann das entsprechende Enzym nicht funktionieren, da das aktive Zentrum nicht "komplett" ist. Handelt es sich um ein Schlüsselenzym, etwa für die Photosynthese, welches nicht gebildet werden kann, kommt der gesamte Stoffwechsel zum Erliegen. Es gilt das "Gesetz des Minimums", eine limitierte Komponente, und der Gesamtstoffwechsel steht, oder verlangsamt sich deutlich.

Wächst nun eine Koralle hat sie neben dem Skelettzuwachs (bei SPS/LPS, sichtbar am Ca und KH-Verbrauch) auch einen Zuwachs an Gewebe und damit mehr stoffwechselaktive Fläche. - Sie benötigt daher auch mehr von den entsprechenden Enzymen. Deswegen lässt sich schon behaupten, dass wenn Calcium + KH verbraucht wird, auch Spurenelemente verbraucht werden. Eine Ausnahme bilden hier etwa Weichkorallen, diese Verbrauchen Spurenelemente ganz ohne Ca/KH-Verbrauch.

Mit Wasserwechsel kann in manchen Fällen der Spurenmetall-Bedarf bedient werden, aber vor allem bei stark besetzten Becken kann sich das nur schwer ausgehen. Ältere Salze waren wohl noch häufiger mit mehr Spurenmetallen verunreinigt, wodurch Mängel durch WW eher ausgeglichen wurden. Ich finde es jedoch viel besser reine Salze zu haben, und dann Spurenelemente gezielt und bewusst hinzuzufügen, als durch verunreinigte Salze "blind" zu Dosieren und womöglich unerwünschte Metalle im Becken anzureichern.

Aktuelle Salztests (u.A. mit ICP) zeigen, dass moderne Salzmischungen für die Meerwasseraquaristik ein sehr niedriges Spurenmetallniveau aufweisen (u.A.: https://reefhub.pl/test-soli-drugie-starcie/), und dadurch eine Supplementierung auf jeden Fall Sinn macht, um nicht das Risiko einer Limitierung einzugehen. - Markus Becken ist wie ich finde gerade ein super Beispiel!

Keine Frage ist natürlich, dass ein zu viel an Spurenmetallen diverse Schäden auftreten können. Ganz nach Paracelsius "die Dosis macht das Gift". Deswegen sollte man nur vertrauenswürdige Spurenmetall-Produkte verwenden, und auch hin und wieder eine ICP Analyse machen zu lassen. - Und ein genaues Hinsehen und Beobachten der Tiere ist sicher trotz all der technischen Neuerungen & Spielereien das allerwichtigste für eine erfolgreiche Riffaquaristik!

Schönes Wochenende & LG,
Christoph

35

Sonntag, 8. Oktober 2017, 13:08

Hallo Markues! Mir gings genauso wie dir! 2 Jahre mühevolles rumdoktoren, lesen, ändern. Hatte mal eine extreme Plage von roten Cyanos.Ich bin draufgekommen dass auch meine Korallen durch NO3:PO4-X beleidigt waren. Auch meine Beleuchtung musste ich ändern, mein PO4 und Nitrat-Wert waren völlig entgleist. Hatte in der Nacht ganz niedrig mit 1% Blaulicht durchlaufen, das hab ich jetzt ganz weggelassen, beleuchte jetzt mit Tagesverlauf ca. 12 Std.. Meine Wasserwerte lass ich auch bei ATI ca. 3 monatlich testen und ergänze die Spuris dann mit ATI Spurenelementen. Ich verwende auch das Meersalz von ATI. Ich wechsle 10% Wasser alle 2-3 Wochen wegen der Gifte die sich von Anemonen usw. ansammeln. Ich versuche jetzt die Werte wirklich konstant zu halten. Jetzt entlich sind die Wasserwerte perfekt und ich seh auch dass SPS Korallen ihre "Fühler" ausstrecken! ^^ LG und nur nicht aufgeben!

36

Sonntag, 8. Oktober 2017, 13:15

Ich hab da noch was vergessen: Ganz wichtig ist dass das Osmosewasser zum Ansetzen des Wassers passt. Da bin ich drauf gekommen dass die Filter nicht mehr genügend Leistung hatten. Hab mir eine neue Osmoseanlage gekauft bei der ich die Filter gut sehen und wechseln kann. Hab mir auch ein Leitwertmessgerät gekauft, mit dem ich das Osmosewasser testen kann. Sobald der Wert zu weit steigt wechsle ich die Patronen. So habe ich nun das Cobalt aus meinem Becken rausbekommen, das ich mir nicht erklären konnte und viel zu hoch war. Kommt natürlich auf die Gegend an in der du lebst und was so im Boden ist.

37

Sonntag, 8. Oktober 2017, 16:36

Hallo!

Ich möchte mal erwähnen, dass ich es sehr toll finde, dass ihr euch mit meinen Problem beschäftigt und mir mit sehr guten und hilfreichen Antworten weiterhelft. Ich war mir nicht sicher, ob ich mein Thema in einem Forum niederschreiben soll. Oft sehe ich in Foren kurze, nicht inhaltliche Antworten, und andere eigenartige Dinge und so war ich unsicher ob dieser Aufwand überhaupt belohnt wird. Ihr habt mir allerdings das Gegenteil bewiesen. Also danke dafür :D

Ich hab mir auch bereits das Buch von Armin Glaser bestellt, leider ist es noch nicht bei mir angekommen. Bin mal gespannt was da so drinnen steht. Vor 2 Tagen habe wieder Jod gemessen, und es war noch immer etwas unter dem Sollwert. Ich hab dann wieder etwas zudosiert. Ich hab nun mal wieder die von mir gemessenen Wasserwerte:

Temp: 25,8 Grad
Salzgehalt: 34,60 mit Refraktometer gemessen
KH: 7,9
Ph: 8,2
Ca: 390
MG: 1200
No3: 3,00
Po4: 0,02
Ammonium, No2: N.N.
Jod 0,045

Beim Vergleich meiner Wassertests mit der ICP-Analyse hab ich festgestellt, dass meine Tests bei Ca 20, bei Mg 80 und beim Salzgehalt 0,2 weniger als bei der Analyse anzeigen. Rechnet man das zu den obigen gemessenen Werten dazu, sieht das ja sehr gut aus.


@Nadja

Ich hatte bis vor einem Jahr auch noch ein Nachtlicht brennen, dann aber abgestellt. No3 sowie Po4 passen bei mir ja zum Glück recht gut. Ich hab jetzt auch entschieden, dass ich hin und wieder eine Analyse machen lassen werde. Einfach um zwischendurch alle Werte im Blick zuhaben. Das No3: Po4-X versuche ich nun auch schon zu reduzieren, allerdings will ich das sehr langsam machen, dass ich kein Überraschungen erlebe. Ich hab nun schon öfter gelesen, dass es dadurch in machen Becken zu Problemen kommt. Beim Osmosewasser habe ich auch gleich beim Beckenstart aufgerüstet. Ich hab nun einen Feinstfilter, einen Aktivkohlefilter, 2 Membranen die parallel laufen sowie nachfolgend 2 Reinstharzfilter. Das ist die einzige Möglichkeit wie ich unser Wasser rein bekomme. Scheinbar ist das bei uns relativ schlecht. Alle paar Kanister messe ich auch mit einem Leitwertmessgerät und ab 2-3 ppm tausche ich die Reinstharzfilter.

Schöne Grüße
Markus

38

Freitag, 13. Oktober 2017, 19:10

Servus Markus,
Ich würde die Kohle aus dem Zeolithfilter entfernen und extra in einem Strumpf ins Filterbecken hängen. Die Durchflussgeschwindigkeit die Zeolith benötigt 400 Lt/h pro Liter Zeolith ist sicher zu hoch für die Kohle. Kohle funktioniert wie ich finde passiv auch sehr gut
Lg

39

Samstag, 21. Oktober 2017, 00:08

Hallo,

die Kohle hab ich schon seit ca. einem Monat im Rückförderpumpen Schacht. Den Durchfluss in der Zeolithsäule kann ich leider nicht ganz genau ermitteln, sollte aber nicht gravierend falsch sein. Zeolith verwende ich ca. 600ml auf 260l Meerwasser.

Kurzes Update:
Ich hab wieder mal Jod gemessen und es war wieder etwas niedrig. Circa eine Woche nach zudosieren haben die Korallen die Polypen wieder mehr geöffnet gehabt. Dürfte also wirklich einen Zusammenhang mit den Spuris im Becken haben.

Beste Grüße
Markus

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Hilfe, Korallen, Problem, SPS, wachsen nicht

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