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1

Mittwoch, 21. Februar 2018, 13:00

Becken für Haarstern und Co

Moin,

endlich konnte ich einen langgehegten Wunsch realisieren:

Ein Becken für Haarstern, Goldseescheide, Feilenmuschel und Seeapfel. Dazu keine Fische sondern nur Scherengarnelen und Palaemons als Restefresser.
Das Ganze im 1m Becken mit mäßiger Strömung, bei 24°Temperatur und mit Artemia- und Flüssigfutternahrung, zunächst ohne Abschäumer.
Wasserwechsel mit echtem Meerwasser aus der Nordsee.
Bin gespannt, ob und wie lange es gutgeht...

Versuch macht kluch... :D

LG, Sven!
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2

Mittwoch, 21. Februar 2018, 13:14

Hallo Sven!

Zwar will ich Dir und vor allem den Tieren alles Gute für diesen Versuch wünschen, fürchte aber, dass es nicht gut gehen wird.
Damit möchte ich nicht miesreden, weiß aber, dass man diesen Tieren, vor allem hinsichtlich der Zusammensetzung des Futters, kaum das Notwendige bieten kann.
Meine gedrückten Daumen hast Du.

Halte uns bitte auf dem Laufenden!

Lieben Gruß

Harold
50 Jahre Vivaristik - und ich lerne immer noch dazu
Mitglied der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich
So ist's Recht

3

Mittwoch, 21. Februar 2018, 14:45

Moin,

Danke Harold! Vielleicht püriere ich noch Sandgarnelen als Futter...
Immerhin habe ich ja auch echtes Seewasser zur Verfügung - ein bedeutsamer strategischer Vorteil!
Hier noch ein Bild vom Haarstern und eine Gesamtansicht des Beckens (leider spiegelte der Hintergrund; werde es zu einer anderen Tageszeit nochmals versuchen).

LG, Sven!
»Sven Gehrmann« hat folgende Dateien angehängt:

4

Mittwoch, 21. Februar 2018, 19:50

Hallo Sven!

War der rote Haarstern eine bewusste Wahl oder gab es den halt gerade?
Vom grünen gibt es ja einige erfolgreiche Haltungsberichte.
Vom roten habe ich noch nie etwas gelesen.
Servus
Reinhard

A-4300 St. Valentin
Süß-, Meerwasser und Schwimmteich

Meeresverein Austria

5

Donnerstag, 22. Februar 2018, 15:12

Moin!

Tja, leider hatte ich da nicht die Wahl, da es eine online-Bestellung über eine namhafte Firma aus Norddeutschland war. Aber ich glaube grundsätzlich nicht an Farbpräferenzen. Entscheident dürften Strömung, Licht und Futter sein.
Warten wir es mal ab! Bis jetzt hat der Haarstern nur zwei oder drei Arme verloren.
Ich vermute, dass Haarsterne bisher immer viel zu hell und mit zu viel Strömung gehalten wurden. Deshalb habe ich diese Faktoren etwas reduziert.
Außerdem setze ich ja auch echtes Meerwasser ein, wovon ich mir auch sehr viel verspreche.

LG, Sven!

6

Donnerstag, 22. Februar 2018, 15:56

Hallo Sven!

Zitat

Aber ich glaube grundsätzlich nicht an Farbpräferenzen.

Das ist keine Glaubensfrage. Unterschiedliche Haarstern-Arten haben unterschiedliche Nahrungspräferenzen. Während es bei der dunkelroten Art meines Wissens noch nie gelungen ist, sie dauerhaft im Aquarium zu pflegen, hatte man bei der grünen schon gewisse Erfolge, da sie an gröberes Futter (z. B. Lobstereggs) ging.

Liebe Grüße

Harold
50 Jahre Vivaristik - und ich lerne immer noch dazu
Mitglied der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich
So ist's Recht

7

Donnerstag, 22. Februar 2018, 17:23

Dass das "echte" Meerwasser aus küstennahen Bereichen ein großer Vorteil ist glaube ich nicht. Es enthält neben dem gewüschten Plankton (in den paar Litern die man ins Becken kippt verschwindet wenig) wahrscheinlich eher unerwünschte Beigaben wie Makroplastikteile und Rückstände von Treibmittel, Öl & Co.

Ich würde künstliches, aber dafür qualitativ einschätzbares Meerwasser bevorzugen und versuchen sie wie zb. Tubastrea mehrmals am Tag, dafür in geringen Mengen mit Phyto/Zooplankton oä zu füttern.
There are 10 types of people in this world. Those who understand binary, and those who do not.

8

Donnerstag, 22. Februar 2018, 18:10

Moin,

ich gebe zur Zeit Artemia und Coral Vit ins Wasser. Und verwende keinen Abschäumer. Das Wasser wird entweder von meinen Kuttern vor den Inseln geholt oder bei Flut von mir aus dem Hafen geholt, sofern es dort optisch sauber ist. Bislang hat sich das bei meinen anderen Becken auch bewährt!

LG, Sven!

9

Freitag, 23. Februar 2018, 09:42

Moin,

habe gestern abend mal nach der Fütterung ein paar Aufnahmen gemacht; leider trübt die Fütterung das Wasser und die Lichtverhältnisse sind dann auch nicht so gut. Aber immerhin: Alles ohne Blitz fotografiert (nur danach noch ein bisschen mit dem Bearbeitungsprogramm aufgehellt!).

Hier die Bilders; eine Gesamtaufnahme des Beckens ist auch dabei. Die Rote Koralle rechts ist eine künstliche Deko; sie soll dem Haarstern evtl. auch zum Festhalten dienen.
»Sven Gehrmann« hat folgende Dateien angehängt:

10

Dienstag, 27. Februar 2018, 22:23

Kleines Update

Moin,

der Haarstern lebt noch, hat aber wieder einen Arm verloren... Hatte ihn gestern mit zerdrückten ungekochten Sandgarnelen gefüttert. Kann aber leider nicht sagen, ob er davon etwas gefressen hat. Heute hatte ich wieder Artemia gefüttert. Leider hat der eine meiner beiden Innenfilter sich heute verabschiedet... Werde ihn wahrscheinlich gegen eine kleine Strömungspumpe austauschen, denn das Filtrieren sollen ja andere übernehmen. Mal sehen, wie sich die Dinge entwickeln werden. Hier noch zwei Bilder von gestern:

PS: Übrigens glaube ich nicht, dass Haarsterne bestimmter Farben grundsätzlich nicht haltbar sind. Vielmehr wissen wir vieles einfach nicht! Zum Beispiel, wo man sie genau aus dem Riff genommen hat und auf welches Futter sie spezialisiert sind. Denn von irgendwas müssen sie ja schließlich im Riff auch gelebt haben; da kommt ja auch niemand vorbei und füttert sie freundlicherweise mit Lobstereiern oder Artemia...

LG, Sven. ;)
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  • Haarstern2111.JPG (182,98 kB - 29 mal heruntergeladen - zuletzt: 28. August 2018, 12:04)
  • Haarstern3111.JPG (190,14 kB - 23 mal heruntergeladen - zuletzt: 28. August 2018, 12:04)

11

Mittwoch, 28. Februar 2018, 07:16

Hallo Sven!

Zitat

Übrigens glaube ich nicht, dass Haarsterne bestimmter Farben grundsätzlich nicht haltbar sind. Vielmehr wissen wir vieles einfach nicht!

Da gebe ich Dir absolut Recht - ich sehe das genau so.

Jedoch:

Zitat

Denn von irgendwas müssen sie ja schließlich im Riff auch gelebt haben; da kommt ja auch niemand vorbei und füttert sie freundlicherweise mit Lobstereiern oder Artemia...

Haarsterne sind wie alle Filtrierer Dauerfresser. Da hilft gezieltes Füttern nichts. Sie benötigen die ihnen zusagende Nahrung ständig. Das macht ihre Haltung im Aquarium so schwer.

Liebe Grüße

Harold
50 Jahre Vivaristik - und ich lerne immer noch dazu
Mitglied der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich
So ist's Recht

12

Mittwoch, 28. Februar 2018, 08:23

Moin Harold,

na ja, auch in der Natur gibt es Futterzeiten! Z.B. wenn das Plankton/Nekton nachts aus der Tiefe aufsteigt. Diese bathypelagischen Wanderungen, welche vertikal in der Wassersäule der Weltmeere stattfinden, sind wie ein gigantisches Förderband mit Lebendfutter für die Riffe der Tropen. Interessant wäre es daher zu erfahren, ob der Haarstern zum Beispiel an ener Riffkante mit einem steilen Abhang saß. Das würde dann einiges erklären!

LG, Sven!

13

Mittwoch, 28. Februar 2018, 09:18

Hi Sven,

ich glaube nicht das es einen Unterschied macht wo der Haarstern entnommen wurde.
Die sitzen in der Seegraswiese ebenso wie am Steilabhang. Ebenso alle Farben bunt gemischt!

Wenn Du Dir ihre Lebensbedingungen im Riff ansiehst, sitzen sie nach Möglichkeit hoch, oder außen, um möglichst Strömung abzubekommen, wobei nie so exponiert, das es dort bläst....
Gleichmäßige & laminare Strömung also. Bevorzugte Plätze sind zB. Gorgonien und Peitschenkorallen...
Ebenso sind sie untertags selten offen, und wenn Du sie beim Nachttauchen zu lange anleuchtest machen sie zu!
Und das Wasser ist meistens trüb, schwebstoffeich.
Den ganzen Tag!!!

Futterbedingungen wie im Meer wirst Du im Becken kaum hinbekommen. Und da haben sich schon ein paar andere Leute gespielt und sind leider gescheitert.
Wenn Du ihnen im Meer zusiehst, würde ich sagen Kleinstpartikel, Bakteriencluster, usw.
Glaube auch nicht das sie Artemia oder Cops überhaupt festhalten können.
Das Futter muß sozusagen in ihre Arme getrieben werden, und wird dann ganz langsam zum Mund gebracht.

Wenn ihnen bereits Arme durch die Hälterung fehlen, wird es extrem schwierig sie uberhaupt am Leben zu erhalten, geschweige wieder hochzupäppeln...

Sorry, bessere Infos habe ich nicht.

LG,
Wolfgang

14

Mittwoch, 28. Februar 2018, 17:00

Moin Wolfgang!

Das sind wertvolle Hinweise. Habe heute bei der Fütterung mal genauer hingeschaut. In der Tat konnte ich nicht sehen, dass auch nur eine Artemie wirklich festgehalten wurde. Allerdings ist mein Haarstern jetzt auch tagsüber geöffnet, was am Anfang nicht so war. Also versucht er den Nahrungsmangel durch längere Öffnungszeiten zu kompensieren.

Werde mir einen Pürierstab holen. Und dann gibts feingehackte Sandgarnelen. Mal sehen, wie es dann weitergeht...

LG, Sven!

15

Donnerstag, 1. März 2018, 13:15

Hallo Sven,

ich glaube, das mit dem intensiven Füttern ist der falsche Ansatz, nur meine persönliche Meinung. Das Problem ist, dass es bei einer intensiven Fütterung mit toten Tieren zu einer starken Entwicklung von Ammonium und anderen Gammelprodukten kommt, die den Haarstern schneller umbringen, als es der Hunger könnte. Haarsterne sind gehäuft in +/- nährstoffreichen Gewässern zu finden, z. B. bei "seeps", also Sickerstellen, wo z. B. magmatisch angereichertes Wasser austritt (ich kann mich erinnern, dass solche "seeps" als Modelle für CO2-angereichertes Meer erforscht werden, und auf Bildern und Videos sind Mengen von Haarsternen zu sehen), was sicher eine lokale Entwicklung von Phytoplankton begünstigt. Andere Trübstoffe können durch das Einwaschen von Süßwasser entstehen, z. B. ausgefällte Huminstoffe. Paradebeispiel in dieser Richtung sind auch die Mangroven mit viel Mulm und Trübstoffen. Von diesen Trübstoffen können sich wiederum Pilze und Einzeller ernähren. Wenn wir uns einig sind, dass Haarsterne wohl kaum eine lebende Artemia-Nauplie festhalten können, dann müsste es eher auf Phytoplankton, Bakterioplankton und Einzeller hinauslaufen. Sowas lässt sich im Prinzip auch im Aquarium anbieten. Also vielleicht eher eine dünne Hefeaufschlämmung und etwas Phytoplankton statt zerdrückter Garnelen und Muschelmilch?

Grüße

Hans-Werner

P. S.: Wer jetzt die Idee mit Trübung, Mangrove, Süßwasser usw. für absurd hält, schaue sich ab und zu mal die Seiten von "Wild Singapore" an, z. B. über Haarsterne, blauen Haarstern, schwarz-weißen Haarstern, roter Haarstern usw.. Noch mehr Bilder gibt es bei den jeweiligen Arten, im Link über dem grauen Kasten, "Photos of ...". So eine Brühe möchte man teilweise nicht im Aquarium haben. Da sieht man dann mal, wie es auch aussehen kann, nicht nur die klaren, blauen Taucher-Hotspots.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Hans-Werner« (1. März 2018, 13:33)


16

Donnerstag, 1. März 2018, 17:35

@Hans Werner:

Deine Argumente leuchten mir ein! Möglicherweise werden in der Natur durch den Tidenhub genau diese Nährtiere aufgewirbelt.
Vielleicht wären dann auch Diatomeen aus dem Watt eine Option. Sowas könnte ich im Prinzip sogar beschaffen, nur im Winter ist das natürlich schwierig.

...oder man müsste sowas wie marine Infusorien züchten... ...Brachionus und Phytoplankton?

LG, Sven!

17

Donnerstag, 1. März 2018, 22:03

Hi Sven,

vielleicht zusätzlich noch so etwas:



Ich benutze es in meinem Nordseebecken für die Tunicaten und den Porzellankrebs...
Ebenfalls noch Zootonic.


bye =)
Edwin
Alles ist aus dem Wasser entsprungen! Alles wird durch Wasser erhalten!
(Der olle Goethe)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Edwin« (1. März 2018, 22:22)


18

Freitag, 2. März 2018, 11:27

Moin Edwin,

Danke für den Hinweis. Ich denke, ich werde mir das Zeug bestellen!

LG, Sven!

19

Montag, 5. März 2018, 12:49

Moin,

trotz aller Bemühungen hat sich der Haarstern verabschiedet. Das Finale wurde duch den Verlust von weiteren Armen eingeleitet, dann wanderte er am Stein immer tiefer und heute lag er auf dem Sandboden. Ein neuer Versuch ist geplant, sobald der Händler wieder welche hat. Werde dann einen schwarzen oder grünen ordern.
Vielleicht sind solche Fehlversuche auch zu etwas nütze, denn man gewinnt dadurch Einsichten und Erkenntnisse und man weiß, was man nächstesmal anders macht.
Ich denke, ich werde seine Überreste konservieren, vielleicht gieße ich sie auch in Epoxid ein.

LG, Sven!

20

Montag, 5. März 2018, 13:16

Hi Sven,

Meiner Meinung nach ist so etwas nur dann vertretbar, wenn man sich vorher gründlich informiert.
Da es für eine Sorte schon Haltungserfolge gibt, macht es Sinn mit dieser zu beginnen. Hat man diesen Haarstern erfolgreich für (sagen wir mal) circa 8-9 Monate gepflegt könnte man sich ein einen anderen, schwierigeren zulegen.
Die selben Erfahrungen immer und immer wieder nur von verschiedenen Aquarianern machen für mich wenig Sinn...

Das wichtigste für uns: Studien vor Ort unter Wasser (oder Fotos, Literatur, usw. - was nur zu bekommen ist!). Was herauskommt, wenn man sich die Habitate unter Wasser vorher nicht mal ansieht kann man gut an Deinen Becken sehen. Die optische Gestaltung passt nicht und damit die Bedingungen für die Tiere natürlich auch nicht.

Das kannst Du vermutlich wieder mal nicht einfach so stehen lassen, und ich habe deswegen lange überlegt ob ichs überhaupt schreiben soll. Aber mein Kommentar ist eher für alle anderen User hier gedacht, vielleicht lernen die etwas daraus und machen nicht die selben Fehler.

lg,
Sonja

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