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1

Mittwoch, 21. März 2018, 10:49

Die giftigste Spinne Österreichs

Liebe Freunde,

gerade eben hat mich eine Information, die mir bis jetzt nicht bekannt war, erreicht. Sie ist so interessant, dass ich sie mit Euch teilen möchte.

In so gut wie jedem Haushalt findet sie sich: Die Große Zitterspinne (Pholcus phalangioides), siehe ->
hier.
Oft wird sie mit dem -> Weberknecht verwechselt. Weberknechte gehören allerdings nicht zu den Spinnen und können auch keine Netze weben. Die Netze der Zitterspinnen können wir dagegen immer wieder sehen.

Zitterspinnen sind sehr häufig, sicher haben viele von Euch diese Tiere schon gesehen - in Schuppen, Abstellräumen oder auch in den Zimmern der Wohnung. Die Tiere werden dann meist getötet und entsorgt, oder von tierliebenderen Menschen ins Freie gebracht.
Sie gelten als nützlich, da sie Insekten fangen und verspeisen. Und es fällt auf, dass sie auch sehr große Insekten durch ihren Biss töten können und diese dadurch zum Opfer werden.

So gut wie nicht bekannt ist, dass diese Spinne über das potenteste Gift aller einheimischen Tiere verfügt.
Es handelt sich um ein Nervengift, ein Proteingemisch mit über 20 sogenannten Latrotoxinen. Der Hauptbestandteil ist das Alpha-Latrotoxin, das tagelange, starke Muskelschmerzen auslöst und bei Kindern und älteren Menschen ohne Weiteres zum Tod führen könnte.

Das gleiche Gift hat übrigens auch die in südlichen Ländern lebende Schwarze Witwe (Latrodectus mactans), deren Biss definitiv Todesfälle nachgesagt werden, die aber bei uns nicht vorkommt.

Längst nicht so giftig ist der Biss der in Österreich und Deutschland lebenden Dornfingerspinne (Cheiracanthium punctorium, die in Nachschlagewerken als giftigste Spinne angegeben wird, während Zitterspinnen als "harmlos" bezeichnet werden.

Nun, wie sieht es tatsächlich aus?

Die Wahrheit ist, dass von der Großen Zitterspinne trotz ihres potenten Giftes keine Gefahr für Menschen ausgeht! Denn sie ist nicht in der Lage, mit ihren Beißwerkzeugen die Haut von Menschen zu durchdringen. Auch zarteste Hautpartien können nicht durchbissen werden. So bleibt sie für uns ein manchmal unliebsamer, immer aber harmloser Mitbewohner.
Die Stärke des Giftes erklärt aber, dass auch überdimensional große Insekten und Spinnen (z. B. die Hausspinne) als Nahrung erbeutet werden können.

Ich war fasziniert von der Tatsache, dass das giftigste Tier unserer Breiten immer wieder bei mir im Badezimmer haust und von mir dann behutsam in Freiheit gesetzt wird. Besonders im Herbst, wenn die Außentemperaturen kühler werden, finden sie durch das geöffnete Fenster den Weg in den Raum.

Vielleicht konnte ich diese Faszination durch meinen kleinen Aufsatz an manche von Euch weiter geben.

Liebe Grüße

Harold
49 Jahre Vivaristik - und ich lerne immer noch dazu
Mitglied der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich
So ist's Recht

2

Mittwoch, 21. März 2018, 15:26

Danke Harold für die Info.

Aber irgendwie kann ich mich nicht erinnern das es die in meiner Kindheit in dem Ausmaß gab, wie heute.
Bei uns in der Lagerhalle würden sie fröhliche Urständ feiern, wenn wir nicht immer wieder mal welche rausschmeißen...

LG,
Wolfgang

3

Mittwoch, 21. März 2018, 15:45

Zitat

Aber irgendwie kann ich mich nicht erinnern das es die in meiner Kindheit in dem Ausmaß gab, wie heute

So ist es, Wolfgang!
Die sind vom Süden Richtung Norden zu uns gewandert.

Liebe Grüße

Harold
49 Jahre Vivaristik - und ich lerne immer noch dazu
Mitglied der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich
So ist's Recht

4

Mittwoch, 21. März 2018, 20:30

Danke Harold!
Servus
Reinhard

A-4300 St. Valentin
Süß-, Meerwasser und Schwimmteich

Meeresverein Austria

5

Donnerstag, 22. März 2018, 10:46

Das mit der Giftigkeit war mir schon bekannt, auch bei dem Titel dachte ich gleich, ist bestimmt die Zitterspinne ^^

Bei mir dürfen Zitterspinnen in der Wohnung leben, es ist ein Altbau mit abgehängten Holzdecken, dort finden Unmengen an Spinnen ein Zuhause, wo ich nicht dran komme. Aber die Zitterspinnen erlegen sie alle und noch Stechmücken dazu.
Viele Grüße,
Steffi (ehemals "Krabbe")

6

Donnerstag, 22. März 2018, 12:32

Moin,

und ich dachte immer, dass der Weberknecht giftiger wäre! Denn der ernährt sich von anderen Spinnen. Zu unserem Glück durchdringen auch dessen Mandibeln nicht die menschliche Haut, so dass seine Cheliceren keine Einspritzungen vornehmen können.
Unbekannte Spinnen sollte man besser nicht anpacken, denn dank Globalisierung könnten die sonstwoher gekommen sein....
Staubsauger! Das ist das Allerbeste.

Übrigens: Den Norden (und mit Norden meine ich durchaus die Stadt Norden, wo ich wohne!) haben sich diese Spinnen längst als Habitat erschlossen. Besonders gerne bauen die Spinnen ihre Netze unter überhängenden Dächern... Da kann man eigentlich das ganze Jahr lang Frühjahrsputz machen!

LG, Sven! ;)

7

Donnerstag, 22. März 2018, 13:39

Zitat

Staubsauger! Das ist das Allerbeste.

Damit kann ich mich nicht anfreunden, Sven!
Spinnen werden von mir, so wie auch viele Insekten (etwa Schmetterlinge, Bienen, Wespen, Hummeln, Heuschrecken, etc.), aber auch Vögel, Mäuse, Kröten und Schnecken von der Wohnung bzw. dem Wintergarten ins Freie gebracht.
49 Jahre Vivaristik - und ich lerne immer noch dazu
Mitglied der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich
So ist's Recht

8

Donnerstag, 22. März 2018, 18:23

@Harold:

...ich schon. Bei den Mengen an Spinnen wäre das ein bißchen viel der "Tierliebe". Außerdem konntest Du die im Haus meiner Mutter etwa alle zwei bis drei Wochen wegsaugen - dann waren sie komplett wieder da. Weiß ich woher! Eine echte Plage!
Und in den Hortensienbüschen saßen immer dicke fette Kreuzspinnen...
Und dann die Ameiseninvasionen an verschiedenen Stellen des Hauses...

Da kann man nicht zusehen und einzelne Exemplare nach draußen tragen. Die hat man dann nämlich am Tag danach wieder drin!
Ich habe wirklich Verständnis, wenn man da eine kleine gepflegte Arachnophobie entwickelt...

LG, Sven!

9

Donnerstag, 22. März 2018, 20:47

Zitat

Damit kann ich mich nicht anfreunden, Sven!
Spinnen werden von mir, so wie auch viele Insekten (etwa Schmetterlinge, Bienen, Wespen, Hummeln, Heuschrecken, etc.), aber auch Vögel, Mäuse, Kröten und Schnecken von der Wohnung bzw. dem Wintergarten ins Freie gebracht.


Genau so geht das! :thumbsup:

Gruß

Wolfgang

10

Donnerstag, 22. März 2018, 22:37

...manchmal frage ich mich, wer hier jetzt spinnt...
:D :ablach: ;) :aua: :sk: :deppen: :banana:

Ich glaube, ich werde einen Mauergecko anschaffen. Dann mache ich mir die Hände nicht schmutzig und kann der "Natur" ihren Lauf lassen!

:angel: :angel: :angel:

11

Montag, 9. April 2018, 22:02

Hallo Harold,
ich wollte dich fragen ob du zufällig auch eine Quelle hast. ich finde leider nichts brauchbares dazu, würde mich aber sehr dafür interessieren :)
lg Dominik
lg Dominik

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Domi« (9. April 2018, 22:13)


12

Dienstag, 10. April 2018, 07:27

Hallo Dominik!

Zitat

ich wollte dich fragen ob du zufällig auch eine Quelle hast.

Ich habe diese Information in der aktuellen Ausgabe von "News Bookazine" von AQUALOG (siehe -> hier) gefunden.
Übrigens ein tolles, halbjährlich erscheinendes Magazin, das ich nur wärmstens empfehlen kann.

Liebe Grüße

Harold
49 Jahre Vivaristik - und ich lerne immer noch dazu
Mitglied der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich
So ist's Recht

13

Montag, 16. April 2018, 15:58

Hallo,

ging mir ähnlich wie Steffi, hatte vor über 20 Jahren mal einen Vortrag von einem arachnophilen Toxikologen gehört. Ich freue mich mehr über Spring-, Winkel-, Kreuz- und Sechsaugen-Spinnen, allerdings werden die Zitterspinnen bei uns auch nicht getötet. Ich glaube, meine Frau setzt sie bei der Reinigung vor die Tür.

Grüße

Hans-Werner

14

Montag, 16. April 2018, 16:26

Zu unserem Glück durchdringen auch dessen Mandibeln nicht die menschliche Haut, so dass seine Cheliceren keine Einspritzungen vornehmen können


Besserwiss-Modus: Sven, Chelicerata haben keine Mandibeln. ;)

Gruß

Hans-Werner

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